Wie gelingt Inklusion in der Gastronomie trotz Bürokratie und Fachkräftemangel? Strategien für nachhaltige Betriebe
| Anja Engel & Victoria Knauer-Hansen
Zwischen Mindset, Wirtschaftlichkeit und Regulatorik: Warum Inklusion in Gastronomie und Hospitality oft scheitert und welche Lösungen nachhaltige, zukunftsfähige Betriebe jetzt brauchen.
Beim ersten GreenSign Inklusions Circle im Coffee, Brownies & Downies in Oberursel kamen rund 30 Teilnehmende zusammen, um sich offen über Chancen, Herausforderungen und konkrete Wege der Inklusion in der Praxis auszutauschen.
Inklusion in Oberursel: Barrieren durchbrechen durch echte Begegnung
Nach der Begrüßung durch Victoria Knauer-Hansen und Max C. Luscher setzte Victoria Knauer-Hansen (Sustainability & Inklusion Leader beim GreenSign Institut GmbH) mit ihrem Vortrag „Inklusion betrifft und braucht uns. Alle.“ einen klaren Impuls. Schnell wurde deutlich, worum es im Kern geht: „Barrieren können wir nur durchbrechen, wenn wir einander begegnen.“ Gleichzeitig machte sie darauf aufmerksam, dass die Wirkung von Inklusion nach innen oft massiv unterschätzt wird.
Best Practice aus der Hotellerie: Gelebte Inklusion im Hotel Anne-Sophie
Einen eindrucksvollen Einblick in die gelebte Praxis gab Christian Helferich, Direktor im Hotel Anne-Sophie in Künzelsau. In einem Betrieb, in dem Inklusion seit Jahren selbstverständlich ist, zeigte er, wie stark echte Begegnung den Alltag für Mitarbeitende ebenso wie für Gäste prägt. Sein Wunsch bringt es auf den Punkt: „Mein Wunsch ist, dass wir Formate wie diese in Zukunft gar nicht mehr brauchen.“
Inklusion in der Gastronomie: Wirtschaftlichkeit und Mindset bei Coffee, Brownies & Downies
Auch Max C. Luscher, geschäftsführender Gesellschafter von Coffee, Brownies & Downies (Hessens erstem privatwirtschaftlichen Inklusionsunternehmen in der Gastronomie) zeigte, wie Inklusion im operativen Alltag funktionieren kann. Dabei wurde klar: Es geht um klare Prozesse, wirtschaftliche Tragfähigkeit und ein Mindset, das Menschen etwas zutraut.

Weniger Bürokratie, mehr Förderung: Politische Forderungen aus Hessen
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Einheitlichkeit: Wir brauchen einheitliche Förderprogramme in allen Bundesländern.
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Bündelung: Ein Fördermanager sollte alle Leistungen und Themen bündeln.
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Digitalisierung: Bürokratie muss abgebaut werden; digitale Portale würden hier massiv helfen.
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Transparenz: Die aktuellen Programme sind zu komplex für kleinere, privatwirtschaftliche Betriebe.
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Geschwindigkeit: Förderzusagen müssen deutlich schneller erteilt werden.
Experten-Talk: Fördermöglichkeiten und Kündigungsschutz im Fokus
Ergänzt wurde die Runde durch Thomas Fiehler, Geschäftsführer der GIA Taunus gGmbH, sowie durch Ralf Geßner vom LWV Hessen Integrationsamt, der die Fördermöglichkeiten für Arbeitgeber verständlich einordnete. Im gemeinsamen Austausch wurde intensiv über Förderstrukturen, den besonderen Kündigungsschutz, konkrete Beschäftigungsmöglichkeiten sowie die Rolle von Führung gesprochen.
Ein Punkt wurde dabei besonders deutlich: Inklusion bedeutet keinen Qualitätsverlust. Im Gegenteil. Sie stärkt Teams, verändert die Zusammenarbeit und schafft einen echten Mehrwert für das gesamte Unternehmen.
Inklusion aktiv gestalten
„Von Call to Action zu Action – Praxisbeispiele Inklusion“. Unter diesem Motto stand die Veranstaltung. Und genau das war spürbar. Es ging um konkrete Wege und den Mut, ins Tun zu kommen. Der nächste Schritt liegt jetzt bei jedem Einzelnen. Nicht bei der perfekten Lösung, sondern bei der Entscheidung, anzufangen. Die Frage ist nicht, ob Inklusion funktioniert, sondern ob wir sie möglich machen.
