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Pioniergeist in den Alpen:
Ganzheitlichkeit im Berghotel Rehlegg

Das bayerische Wellnesshotel zeigt eindrucksvoll, wie ein ganzheitlicher Nachhaltigkeitsansatz von der Energieversorgung über soziale Verantwortung bis hin zur regionalen Wertschöpfung im Hotelalltag verankert wird. Erfahre, wie der Familienbetrieb seine Vorreiterrolle durch die GreenSign Zertifizierung kontinuierlich ausbaut.
Pioniergeist & Ganzheitlichkeit

Berghotel Rehlegg

  • Hotel-Typ:

    Familiengeführtes 4-Sterne-Superior Wellnesshotel

  • GreenSign zertifiziert seit:
    2017
  • Standort:
    Ramsau bei Berchtesgaden, Bayern
  • Zielgruppe:
    Wellnessurlauber, nachhaltigkeits- & naturbewusste Genießer
  • Besonderheit:
    Vorreiter der Branche mit eigenen geschlossenen Kreisläufen
  • Mehr erfahren:
Berghotel Rehlegg Hotelansicht
Hannes Lichtmannegger vom Berghotel Rehlegg mit GreenSign Holzschild

Hannes Lichtmannegger, Co-Geschäftsführer

Tradition & Vision: Enkeltauglichkeit seit Jahrhunderten

„Nachhaltigkeit bedeutet für uns schlicht, mit dem, was uns die Natur gibt, so umzugehen, dass auch die nächste Generation gut davon leben kann.“

Hannes Lichtmannegger | Inhaber und Co-Geschäftsführer

Die nachhaltige Ausrichtung im Berghotel Rehlegg basiert auf einer jahrhundertealten Grundhaltung. Bereits 1454 erstmals urkundlich erwähnt, prägt eine einfache Regel des Großvaters das Haus bis heute: „Ihr könnt aus unserem Wald nur so viel Holz entnehmen, wie wieder nachwächst.“ Aus dieser Ur-Idee entwickelte sich über Jahre ein ganzheitliches Zukunftsmodell.

Was 2008 mit der ersten Solarthermieanlage und 2012 mit einer vierjährigen Umstellung auf 100 % regionale Lieferketten begann, wuchs Schritt für Schritt zu einem lückenlosen Gesamtkonzept heran. Der Prozess von GreenSign hilft dem Haus dabei, gewachsene Strukturen systematisch zu durchleuchten, kontinuierlich zu schärfen und die eigenen Standards immer wieder neu zu hinterfragen.

Gelebte Praxis: Eigene Kreisläufe & regionale Verbundenheit

Im Rehlegg greifen Ökologie, regionale Wertschöpfung und echtes Wohlbefinden lückenlos ineinander. 29 regionale F&B-Lieferanten aus einem Umkreis von unter 100 km beliefern die Hotelküche. Fleisch, Fisch und Wild stammen zu 100 % aus lokaler Herkunft, verarbeitet werden über 25 Tonnen Bio-Lebensmittel pro Jahr.

Die Innovation zeigt sich in geschlossenen Inhouse-Systemen:

  • Inhouse-Kompostierung: Mit dem O-Cycle-System verarbeitet das Haus organische Abfälle direkt vor Ort und senkt das Biomüllaufkommen um rund 85 %.
  • Eigenes Kosmetiklabor: Pflegelinien entstehen im eigenen Labor, ergänzt durch feste Pflegeprodukte auf den Zimmern.
  • Chemiefreie Sauberkeit: Gereinigt wird nahezu komplett ohne Chemie mit Effektiven Mikroorganismen.
  • Schutz der Natur: Zwei Hektar geschützte „Rehlegger Leit’n“, eigene Bienenvölker und über 1.700 gepflanzte Bäume im Ramsauer Schutzwald stärken die Region direkt.
  • Nachhaltige Mobilität: Neben 11 Ladesäulen für Gäste schont der eigene Fuhrpark aus 15 Elektrofahrzeugen die Luft im Nationalpark
  • Eigene Öko-Wäscherei: Wäscheprozesse werden mit maximaler Ressourceneffizienz direkt im eigenen Haus abgewickelt.

„Wir haben keinen großen Masterplan gebraucht, um anzufangen. Für uns geht es schlicht darum, einen sinnvollen Schritt nach dem anderen zu gehen und immer wieder zu hinterfragen, was wir noch besser machen können.“

Hannes Lichtmannegger | Inhaber und Co-Geschäftsführer
Kosmetiklabor mit Herstellung eigener Pflegelinien im Berghotel Rehlegg
Mitarbeiterin im hoteleigenen Kräutergarten im Berghotel Rehlegg
Holzarbeit eines Mitarbeiters im Berghotel Rehlegg
Haustechniker beim Befestigen einer Schaukel im Berghotel Rehlegg

Messbare Wirkung: Eigene Stromerzeugung & soziale Verantwortung

Die Zahlen belegen den Erfolg des ganzhaltigen Ansatzes: Bilanziell erzeugt das Rehlegg über das Jahr mehr Strom, als es verbraucht. Vier PV-Anlagen und zwei Blockheizkraftwerke decken 82 % des Strombedarfs zeitgleich ab, der verbleibende Restbedarf wird zu 100 % aus regionaler bayerischer Wasserkraft bezogen. Mittlerweile erzeugt das Haus übers Jahr sogar mehr Strom selbst, als es verbraucht.

Zudem liegt der Wasserverbrauch 41 % unter dem Schnitt vergleichbarer Häuser. Durch diesen konsequenten Einsatz zählt das Rehlegg zu den Vorreitern beim Klimaschutz in Oberbayern und senkt seinen CO₂-Fußabdruck im Betrieb auf ein Minimum. Um den Autarkiegrad künftig noch weiter zu steigern, sind bereits PV-Carports, ein eigener Batteriespeicher sowie eine intelligente Microgrid-Lösung in Planung.

Genauso vorbildlich ist das soziale Engagement: Für die rund 100 Mitarbeiter aus 15 Nationen gibt es ein eigenes Gesundheitsbudget inklusive Osteopathie, Schlafberatung, Yoga, Achtsamkeitsschulungen und Sprachförderung. Sogar die Teamunterkünfte sind für beste Erholung mit hochwertige Naturmatratzen ausgestattet. Dieser Einsatz zahlt sich messbar aus: Trotz des allgemeinen Fachkräftemangels hat das Rehlegg nach wie vor mehr Bewerber als freie Stellen. Regional unterstützt das Haus die Bergwacht, Foodsharing sowie Schulen und Kindergärten mit einem kostenlosen Bio-Frühstück.

„Wir möchten Verantwortung möglichst dort übernehmen, wo wir die Wirkung unmittelbar sehen können: bei unseren Mitarbeitenden und bei den Menschen in unserer Region. Denn mindestens genauso wichtig wie Energie und Ressourcen ist uns die soziale Seite der Nachhaltigkeit.“

Hannes Lichtmannegger | Inhaber und Co-Geschäftsführer

Kontinuierliche Entwicklung statt Stillstand

Auf Erreichtem ruht sich das Berghotel Rehlegg keineswegs aus. Als nächster Meilenstein im Energiekonzept stehen ein eigener Batteriespeicher sowie ein intelligentes Microgrid bereit, um den erzeugten Ökostrom noch effizienter im Betrieb zu nutzen. Darüber hinaus stehen weitere geschlossene Inhouse-Kreisläufe wie eigene Gewächshäuser für Spa-Rohstoffe und der Ausbau der hauseigenen Naturkosmetik auf der Agenda.

Die GreenSign Zertifizierung dient dabei nicht als bloßer Leistungsnachweis, sondern als wertvolles Werkzeug, um gewachsene Strukturen objektiv zu durchleuchten, blinde Flecken aufzudecken und ungenutzte Potenziale Schritt für Schritt zu heben. Für die Hotellerie zeigt das Rehlegg, wie sich hohe ökologische Standards, wirtschaftliche Stabilität und soziale Verantwortung im Alltag erfolgreich verbinden lassen.

„Die GreenSign Zertifizierung war für uns nicht der Startpunkt, aber sie hilft uns enorm dabei, eingespielte Routinen immer wieder frisch von außen zu betrachten. Dieser ehrliche Blick motiviert uns, bestehende Standards laufend weiterzuentwickeln und zukunftsfähig zu bleiben.“

Das Rehlegg-Team
Mitarbeiterin auf einer Blumenwiese vom Berghotel Rehlegg